Wo die Nacht nicht tiefer kann

30.10. – 1.11.26

Barbara Collé
Christine Gensheimer
Uta Neumann
Lars Rosenbohm

Eröffnung:
Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr

Vortrag
Zeig mir die tiefste Dunkelheit, zeig mir das schwärzeste Schwarz
Samstag, 31.10., 17.15 Uhr (kostenlos)

Die Farbforscherin Barbara Collé erkundet mit den Teilnehmenden Assoziationen, die sich mit der tiefsten Dunkelheit in Kunst, Literatur, Mythologie und Wissenschaft verbinden.

Öffnungszeiten:
Samstag, 31.10., 14–19 Uhr
Sonntag, 1.11., 14–17 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Die Künstler*innen sind anwesend.

In verschiedenen Kulturen gibt es die Vorstellung eines Moments in der Nacht, in dem die Dunkelheit ihren tiefsten Punkt erreicht. Zwischen drei und fünf Uhr morgens scheint die Nacht nicht weiter reichen zu können: nicht tiefer, nicht stiller, nicht dunkler.

Alten Überlieferungen zufolge ist dies die Stunde, in der die meisten Geburten und Todesfälle stattfinden, aber auch der Moment, in dem Ängste und Sorgen am stärksten empfunden werden. Es ist eine Übergangsstunde, in der die Grenze zwischen Leben und Tod hauchdünn zu werden scheint. Deshalb erhält diese Zeit in vielen Traditionen eine besondere Bedeutung. Man glaubte, dass der Kontakt zur Geisterwelt dann leichter möglich sei, ebenso wie die Gestaltwandlung: Shapeshifting, der Wechsel zwischen menschlichen und tierischen Formen.

Ein Tier, das stark mit dieser Stunde verbunden ist, ist der Wolf. Während der Mensch schläft, bewegt er sich frei durch die Dunkelheit. In irischen und nordeuropäischen Mythen erscheint der Wolf häufig als ein Wesen, das zwischen Welten wechseln kann.

Diese Stunde steht daher symbolisch für einen Moment, in dem die Trennung zwischen unserer Realität und einer anderen Welt vorübergehend weniger fest erscheint. Der Begriff „Die Stunde des Wolfs” ist daher einer der Namen, die wir dieser Zeit geben, und hat seinen Ursprung in schwedischen Volksüberlieferungen.

Die Künstler*innen Barbara Collé (Amsterdam), Christine Gensheimer (Bielefeld), Uta Neumann (Berlin) und Lars Rosenbohm (Bielefeld) setzen sich in assoziativer Weise mit unterschiedlichen Aspekten dieser Thematik auseinander. Ihre Fotografien, Texte, Zeichnungen, Malereien und Objekte bilden dabei in spielerisch experimenteller Form Berührungspunkte und korrespondieren miteinander.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Barbara Collé (*1977 in Amsterdam, Niederlande) lebt und arbeitet in Amsterdam und Berlin. Ihre künstlerische Praxis umfasst Bild, Text und Forschung. Ihre Essays und Erzählungen erscheinen in niederländischen und englischsprachigen Kunst- und Literaturzeitschriften, Ausstellungskatalogen sowie Künstlerbüchern. Als bildende Künstlerin und Autorin untersucht sie die Beziehung des Menschen zur Farbe. Ausgehend von der sinnlichen Erfahrung chromatischer Erscheinungen erforscht sie, wie Farbtöne unsere Wahrnehmung und unser Verhältnis zur Welt prägen. Schreiben ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer künstlerischen Forschung. Ihre Arbeit ist phänomenologisch ausgerichtet und widmet sich der Wahrnehmung von Farbe als einer Form der Beziehung zur Welt.

chamberofcolours.com
@barbara__colle_

Christine Gensheimer (*1976 in Frankfurt am Main) lebt und arbeitet in Bielefeld. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg, der Kunsthalle Düsseldorf und im Bielefelder Kunstverein gezeigt. Ihre Videoarbeiten wurden zuletzt zudem u.a. auf den 72. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen, dem European Union Short Film Festival in Ottawa und dem Filmfest Dresden aufgeführt. Ihre Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen, wie der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld, der Sammlung Rheingold oder der Sammlung Viehof vertreten. Seit 2005 produziert sie Animations-Filmbeiträge für die Sendung Karambolage auf Arte, unterschiedliche Museen wie das Südtiroler Archäologiemuseum oder das Musée international de la Réforme in Genf und konzipiert Musikvideos für diverse MusikerInnen.

christinegensheimer.de
@christinegensheimer

Uta Neumann, geboren 1976, lebt seit 2002 als Künstlerin und freischaffende Fotografin in Berlin. Sie studierte Fotografie in Melbourne, Bielefeld und Berlin.
Mit ihrer Liebe zu Landschaften, Steinen und der natürlichen Umgebung schafft Neumann Installationen mit den Medien Fotografie, Video, Risographie, Objekt und Sound. Von 2010 bis 2020 kuratiert Neumann in ihrem Atelierraum Strahler (Berlin), als Plattform für Musik, Poesie und Fotografie, zahlreiche Ausstellungen, Konzerte und Lesungen. Neben zahlreichen Ausstellungen in Berlin (u.a. Martin Gropius Bau, Sophiensaele, Künstlerhaus Bethanien, Haus am Kleistpark) wurden ihre Arbeiten auch international ausgestellt, u.a. in Italien, der Schweiz, Portugal, den Niederlanden, Australien und China.
In 2022 gründet sie zusammen mit Barbara Collé (Amsterdam) das Künstlerinnen-Duo Chamber of Colours.

www.uta-neumann.de
www.chamberofcolours.com

Lars Rosenbohm (*1971 in Lemgo) lebt und arbeitet in Bielefeld. Rosenbohms
Arbeiten waren unter anderem im Museum Marta Herford, der Kunsthalle Bielefeld, dem Museum Peter August Böckstiegel, dem Museum Schloss Moyland, dem Saarland Museum und den Kunstvereinen in Bielefeld und Münster zu sehen. Außerdem in Galerien und Projekträumen in Deutschland, der Schweiz, Spanien, Belgien und den USA. Lars Rosenbohm ist mit seinen Arbeiten in den Sammlungen der Kunsthalle Bielefeld und des Marta Herford vertreten. Er hat Stipendien der Kunststiftung NRW, der Aldegrever Gesellschaft, vom Landesverband Westfalen-Lippe, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und der Stiftung Kulturwerk erhalten. 2023 wurde Rosenbohm als Vertreter der Stadt Bielefeld mit dem CityARTists Kunstpreis NRW ausgezeichnet. Für weitere Kunstpreise wurde er nominiert.

larsrosenbohm.de
@lars_rosenbohm

Vortrag
Zeig mir die tiefste Dunkelheit, zeig mir das schwärzeste Schwarz

Was ist die tiefste Dunkelheit, was das schwärzeste Schwarz? Welches Schwarz kommt der tiefsten, undurchdringlichsten Dunkelheit am nächsten? Und ist diese furchtlose Dunkelheit eine Präsenz oder vielmehr eine Abwesenheit? Dunkelheit kann alles und nichts sein, und sie existiert zugleich trotz, dank und neben dem Licht.

Es gibt unzählige Schattierungen von Schwarz – natürliche ebenso wie synthetisch hergestellte Pigmente. Jedes Schwarz besitzt seine eigene Dichte, seinen eigenen Glanz und seine eigene Herkunft. In zahlreichen Märchen und Mythen spielt die Dunkelheit eine bedeutende Rolle – sei es symbolisch oder ganz konkret. Sie ist Ursprung und Fluchtpunkt zugleich.

In diesem Vortrag erkundet die Farbforscherin Barbara Collé die Assoziationen, die sich mit der tiefsten Dunkelheit verbinden, in Kunst, Literatur, Mythologie und Wissenschaft. Dabei geht es unter anderem um Nachtblüher, die Rückseite des Mondes, Vantablack, die Unterwelt, Geister und reine Hoffnung.

Welche Geschichten erzählen wir über die Nacht – oder vielmehr: Welche Geschichten erzählt die Nacht uns?

Der Vortrag findet an der Schwelle zu Samhain in der Abenddämmerung statt und ist Teil der Ausstellung Wo die Nacht nicht tiefer kann.

Samstag, 31.10., 17.15 Uhr 
(Sonnenuntergang: 16.59 Uhr Ortszeit)
kostenlos

Artists Unlimited Galerie
Viktoriastraße 24
33602 Bielefeld