The Brautigan Library

Marie-Pierre Bonniol mit Danielle Bonniol-Ferrus
6. – 22.2.26

Eröffnung: Freitag, 6. Februar, 19 Uhr

1971 stellte sich der amerikanische Dichter und Schrift­steller Richard Brautigan in seinem Roman „The Abortion“ eine Bibliothek vor, die sich der liebevollen Aufnahme und Aufbewahrung persönlicher Bücher und Manuskripte aller Art verschrieben hat.

Im Jahr 1990 wurde diese fiktive Bibliothek von Todd R. Lockwood in Burlington, Vermont, in den Vereinigten Staaten, in Form einer Sammlung namens „The Brautigan Library“ zum Leben erweckt, die bis 1996 um 300 Bände anwuchs.

Bücher über Routine, die Geheimnisse des Lebens, Kanufahren, schöne Menschen, Lampen­fieber, Camping in Vermont, Drogen in Kalifornien, verschwundene Socken, Hormone, Zölibat, schlechte Frisuren … Die Brautigan Library steht allen Nicht-Autoren offen und ist eine demokratische Bibliothek, die es allen Menschen ermöglicht, einen Ort des Trostes, der Bewahrung und der symbolischen Existenz für Werke zu finden, die niemals veröffentlicht oder verbreitet werden.

Nach einer Präsentation im CEAAC (Straßburg) und im Maison de la poésie (Paris) zeigt diese Ausstellung sowohl Recherchen als auch Kreationen der Künstlerin und Kuratorin Marie-Pierre Bonniol in Zusammen­arbeit mit ihrer Mutter, der naiven Malerin Danielle Bonniol-Ferrus. Es handelt sich um die erste Einzel­ausstellung der Künstlerin in Deutschland.

Marie-Pierre Bonniol (*1978, Marseille, Frankreich) ist eine in Berlin lebende Künstlerin und Kuratorin, die international tätig ist. Sie hat einen Abschluss in Bildender Kunst, Ästhetik und Kunst­wissen­schaften der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Ihre Forschung konzentriert sich auf die affektive Dynamik des Schaffens sowie die Matrizen und Mechanismen der Trans­formation und Übertragung. Ihr besonderes Interesse gilt dem Mythos der Jung­gesellen­maschine und den konzep­tuellen Strukturen von Büchern und Sammlungen.

Ihre Arbeiten umfassen Fotos, Filme, Diagramme, Gemälde, Installationen, Texte, Vorträge und Programme, die von verschiedenen Institutionen präsentiert wurden, darunter CEAAC und UNESCO World Book Capital in Straßburg, The House of Poetry in Paris (2025), Waterworks Museum und Museum of Science in Boston (2024), CCCB in Barcelona (2023), Anthology Film Archives und der Film-Maker’s Cooperative in New York (2022), das Centre Pompidou in Metz (2021), das Cafe OTO in London (2021), das CAPC in Bordeaux (2020), LagosPhoto in Nigeria (2020), das ZKM in Karlsruhe (2019) und die Nationalbibliothek Argentiniens in Buenos Aires (2018).

mariepierrebonniol.com
@mariepierrebonniol

Mit freundlicher Unterstützung
Studio Walter
Sparkasse Bielefeld
Pirckheimer Gesellschaft

Foto Marie-Pierre Bonniol: David Stieffenhofer

Öffnungszeiten 7.–22.2.
Fr 16 – 19 Uhr
Sa + So 14 – 17 Uhr

Artists Unlimited Galerie
Viktoriastraße 24
33602 Bielefeld