

Sie sammelt den ganzen Tag. Unbemerkt filtert sie ihren Alltag, Handlungen und Gesehenes, entwickelt daraus ein Konzentrat, das Grundlage ihrer Arbeit ist: Zahlen. Rachael Elwell, britische Gastkünstlerin von Artists Unlimited, entdeckt und erdenkt immer wieder neue Systeme, die aus Codes und Zahlen-Spielchen völlig losgelöste Zeichnungen entstehen lassen, die überhaupt nicht nach mathematischen Grundregeln aussehen.
Während ihres dreimonatigen Stipendiums bei Artists Unlimited archivierte sie Zahlen von Zugplänen, Quittungen, Websites, gefundenen Notizen. Den „Alltag in Ziffern“ pflegte sie in Raster und Koordinaten-Systeme ein, generierte ihn weiter durch einen Würfel, ließ ihn zu Regeln werden, an denen sich ihre künstlerische Arbeit orientierte.
Elwell hat nicht Mathematik studiert, sondern das Studium „Master of Arts“ in Salford (Manchester) absolviert. Wieso also dieser wissenschaftliche Hintergrund, wenn es doch um so eine freie Disziplin wie „Zeichnen“ geht? Das Unerwartete, Unbeeinflusste, das Elwells Arbeiten bestimmt, fasziniert die 28-Jährige. Durch die Distanz zu ihren Werken während der Entstehung, erforscht sie den zeichnerischen Prozess an sich, erlaubt den Arbeiten, sich zu entwickeln und klassische Techniken zu untergraben. Um neue Wege aufzuzeigen.
Ihr Blog postcards from Bielefeld dokumentiert ihren Aufenthalt bei Artists Unlimited. Hier veröffentlicht sie Wissens- und Sehenswertes aus Bielefeld und Umgebung, sowie ihre entstandenen Arbeiten, die sie in ihrer Abschluss-Ausstellung im Januar ebenfalls präsentieren wird.

